Apr 2021 | Credit Risk |

Im zweiten Teil der Interview-Reihe „Behind the scenes“ dürfen wir heute Frau Dr. Stephanie Friedrich begrüßen. Frau Dr. Friedrich ist als Senior Expert Product Manager maßgeblich an den Neuentwicklungen von Innovationen für unsere Versicherungskunden verantwortlich.

Dr. Stephanie Friedrich
Senior Expert Product Manager Insurance
47
Juli 2007 (mit kurzer Unterbrechung)

Guten Morgen und vielen Dank, dass Du uns für das Interview zu Verfügung stehst, Steffi/Stephanie. Bitte stell Dich für unsere Leser zunächst kurz vor!

Guten Morgen! Das mache ich.

Mein Name ist Stephanie Friedrich und ich glaube langsam aber sicher zu den „Urgesteinen“ im Insurance-Team von Björn Hinrichs zu zählen. Mit kurzer Unterbrechung bin ich nunmehr seit fast 14 Jahren im Unternehmen.

In meiner aktuellen Position widme ich mich vor allem der Entwicklung von neuen Produkten und Lösungen, um unsere Versicherungskunden insbesondere im Bereich Underwriting und Pricing zu unterstützen.

Ursprünglich habe ich Geographie, Germanistik und Geschichte auf Lehramt studiert. Nach meinem Abschluss blieb ich an der Uni und promovierte im Bereich Wirtschaftsgeographie mit räumlichem Schwerpunkt Nordafrika und Naher Osten. Da die Nachfrage nach Wirtschaftsexperten für die arabische Welt im Jahr 2001 sehr überschaubar war, startete ich meine berufliche Laufbahn bei einem großen Versandhandelskonzern im Bereich der mikrogeographischen Zielgruppenanalyse.

Nach vier Jahren zog es mich weiter und ich wechselte in den Bertelsmann-Konzern. Begonnen habe ich im Direktmarketing für Versicherungen und bin dieser Branche bis heute, wenn auch in unterschiedlichen Positionen, treu geblieben.

Wie kam es zu Deinem Wechsel in den Bertelsmann-Konzern und damit in den Versicherungsbereich? Wolltest Du schon immer im Versicherungsumfeld arbeiten?

Nein. Um ehrlich zu sein, war das reiner Zufall und nicht wirklich mein Traumjob. In den ersten Jahren meines Berufslebens war ich bei einem führenden Versandhändler im Bereich Analytics tätig. Mir wurde schnell klar, dass ich es unglaublich spannend finde mit Kunden zu arbeiten und gemeinsam mit ihnen Probleme zu lösen. In der Folgezeit fungierte ich im Projektmanagement als Schnittstelle zwischen Vertrieb und Analyseabteilung und konnte hier meine ersten Erfahrungen mit der Versicherungsbranche sammeln.

Als kurz darauf bei einem Wettbewerber der Posten als Key-Account Manager für Versicherer ausgeschrieben war, dachte ich mir: Versicherungen haben viele Daten mit denen man analytisch so einiges anstellen kann, also wieso nicht?

Rückblickend war das die absolut richtige Entscheidung, weshalb ich bis heute voller Leidenschaft in dieser Branche tätig bin.

Du bist nicht nur der Versicherungsbranche, sondern auch Deinem Arbeitgeber seit Jahren treu. Weshalb arbeitest Du bei Experian?

Der wichtigste Punkt ist aus meiner Sicht unser hervorragender Marktzugang. Gepaart mit einem außergewöhnlich vertrauten Verhältnis zu unseren Kunden bildet das den Grundstein für erfolgreiche Produktentwicklungen. Durch den engen Austausch mit unseren Kunden und dem Markt allgemein, entstehen kontinuierlich neue und spannende Projekte. Es macht einfach Spaß unser Aufgabengebiet immer wieder neu zu erfinden.

Durch den Zusammenschluss mit Experian sind außerdem zwei weitere, für mich wichtige, Aspekte hinzugekommen. Durch die gewonnene Kompetenz im Bereich Software, sind wir nun in der Lage holistischere Produkte und Lösungen anzubieten. Außerdem wirkt sich die internationale Arbeitsweise positiv auf mein Englisch aus.

Zu guter Letzt möchte ich auch unser fantastisches Team aufführen. Es bereitet mir viel Freude und motiviert mich zugleich mit solch engagierten und dynamischen Kollegen zusammen zu arbeiten.

Das klingt wirklich spannend! Kannst Du uns einen kurzen Abriss über eines Deiner aktuellen Projekte geben?

Mein wichtigstes „Baby“ ist aktuell sicherlich die „Insurance Data Suite“. Unser Ziel ist hierbei, den Versicherungskunden eine Plattform zur Verfügung zu stellen, über welche sie für diverse Fragestellungen relevante, externe Daten beziehen können. Über unterschiedliche Strategien sollen nur die Daten und Scores bezogen werden, die im Einzelfall einen Mehrwert bringen. Unsere Kunden werden hiermit in die Lage versetzt, Prozesse, wie z.B. den Antragsprozess deutlich besser zu steuern bzw. die Daten auch gezielt für ein risikogerechtes Pricing einzusetzen.

Hierbei unterstützen wir natürlich gerne im Bereich Analyse und Consulting. Unser langfristiges Ziel ist es jedoch, dass unsere Kunden die Strategien und Modelle selbst parametrisieren und wenn gewünscht auch selbst entwickeln können.

Hierbei stehen wir gerade noch am Anfang, aber ich bin zuversichtlich, durch diese Lösung den Einbezug von externen Informationen deutlich komfortabler und effizienter zu gestalten.

Wenn Du auf Deine bisherige Laufbahn zurückblickst, welches war Dein bisher aufregendstes Thema im Versicherungsumfeld?

Rückblickend war das der Aufbau der Partnerschaft mit der INFORM und die erfolgreiche Einführung von RiskShield als Software für die automatisierte Betrugsmustererkennung. Mit diesem Schritt haben wir uns erfolgreich vom reinen Datenprovider zu einem Lösungsanbieter entwickelt.

Wir haben tiefgehendes Know-How im Bereich der Betrugserkennung aufgebaut und wurden vor allem auch als Consultants wahrgenommen. Heute ist die Betrugserkennung essenzieller Bestandteil der Schadenmanagement-Lösungen der 3C Deutschland GmbH, wodurch eine nahtlose Digitalisierung von der Schadenaufnahme bis zur Auszahlung möglich ist. Diese Entwicklung finde ich beeindruckend und es macht mich stolz, Teil der Grundsteinlegung gewesen zu sein.

Mein Ziel für die nahe Zukunft ist es, auch im Bereich Underwriting und Pricing mit Experian eine ähnliche Position einzunehmen!

Wo wir gerade beim Thema „Zukunft“ sind: Was glaubst Du, welche Rolle wird Data & Analytics in der Zukunft in der Versicherungswirtschaft spielen?

Das Thema hat sich in den letzten Jahren bereits stark entwickelt. Dennoch ist noch viel Luft nach oben und die Relevanz von Data & Analytics wird sicher weiterhin deutlich ansteigen – getrieben durch die neuen Möglichkeiten, aber auch neue Marktteilnehmer.

Steffi, vielen Dank für die wirklich interessanten Einblicke in Deinen Berufsalltag. Womit kannst Du Dich von der Arbeit ablenken? Was machst Du am Liebsten in Deiner Freizeit?

Also am liebsten hänge ich an Felsen – nein lieber noch erreiche ich ohne „Hängen“ den Gipfel. Meine Leidenschaft gilt dem Klettern und den Bergen, aber ich bin im heimischen Schwarzwald auch gerne mit dem Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs.

Ich reise auch sehr gerne – vor allem dorthin, wo es Berge und Felsen gibt. Mit dabei sind – soweit das möglich ist, mein Mann und meine 4-jährige Tochter! Ausgleich finde ich außerdem beim Spielen und Basteln mit meiner Tochter, im Garten und mit unseren zwei Katzen.

Vielen Dank für das angenehme und informative Interview, Steffi! Zum Abschluss hast Du noch die Möglichkeit unseren Lesern etwas mit auf den Weg zu geben. Möchtest Du diese Chance nutzen?

Ja, die Chance lasse ich mir nicht entgehen!

Wie bereits erwähnt, konnte ich mir nach dem Studium nicht vorstellen, mein Geld mit Versicherungen und Daten zu verdienen. Es ist aber, wenn man es mal genauer betrachtet ein wirklich spannendes Umfeld. Nicht nur, dass es überaus interessant ist, was sich z.B. „Betrüger“ so alles einfallen lassen und wie man das wiederum durch Analytics erkennen kann. Man arbeitet zusätzlich in einem wirklich sehr angenehmen Umfeld mit sehr netten Kunden!

In der nächsten Ausgabe (April 2021) der Interview-Reihe „Behind the scences“ dürfen wir Frank Baumgart begrüßen. Freuen Sie sich auf das Gespräch mit unserem Netzwerker, Vertriebler und Kundenversteher und lernen Sie die Branche sowie deren Herausforderungen für die kommenden Monate kennen.

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